RATGEBER · KAPITEL K-01 · KOSTEN

Was kostet ein neuer Garten?

Kein „ab"-Lockpreis, keine Tagessatz-Rätsel — sondern sieben Preisfaktoren, eine ehrliche Preistabelle und drei Rechenbeispiele, an denen Sie den eigenen Garten spiegeln können.

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Die 7 Preisfaktoren

Der Preis eines Gartens entsteht nicht am Schreibtisch — er ergibt sich aus sieben Faktoren. Wer sie kennt, kann jedes Angebot prüfen.

F-01

Fläche & Form

Rechteckig ist günstiger als verwinkelt: Jede Kante, jeder Einzug bedeutet Handarbeit statt Maschinenarbeit.

F-02

Hanglage & Gefälle

Stützmauern, Terrassierung, mehr Erdbewegung — ein Hang kann die Kosten je m² spürbar treiben.

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Boden & Zufahrt

Lehm statt Mutterboden, enge Zufahrt statt Bagger frei Haus — beides kostet Aufpreis, und kein Betrieb beziffert es ohne Besichtigung.

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Materialwahl

Der größte Hebel: Betonwerkstein statt Naturstein spart die Hälfte. Am Preis hängt nicht die Qualität — aber die Optik und die Haltbarkeit.

F-05

Pflanzengrößen

Ein Solitärbaum mit 40–60 Litern Ballen kostet 350–900 € — ein Jungbaum 60 €. Der Unterschied heißt: 10 Jahre Geduld.

F-06

Technik-Anschluss

Bewässerung, Beleuchtung, Außensteckdose: Komplettanlagen ab 1.800 €. Wer später anbaut, zahlt den Aufbruch doppelt.

F-07

Baustellenlogistik

Container, Zwischenlager, Parkverbote, langer Weg zum Aushub: Auf engen Grundstücken und in Innenstadt­lagen kann die Logistik 10–15 % der Bausumme ausmachen — ein Punkt, den „ab"-Preise konsequent verschweigen.

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Preistabelle nach Leistungsblock

Mittlere Ausführungsqualität, inklusive Material, Maschinen und Arbeit — Spannen variieren je Region um ±20 %.

LeistungBeschreibungEinheitMarktspanne
ErdbauAushub, Planum, Oberboden liefern und einbauenje m²6–9 €
Wege & PlätzePflaster gebunden, inkl. Fundamentje m²38–65 €
Terrasse (Werkstein)Betonwerkstein inkl. Fundamentje m²95–160 €
Terrasse (Naturstein)Granit, Basalt oder Sandsteinje m²150–280 €
Rollraseninkl. Boden-Vorbereitungje m²12–18 €
Rasensaatinkl. Vorbereitung, Ansaat, Anwalzenje m²3–6 €
StaudenbeetePflanzen und Setzen nach Planje m²18–45 €
Hecke neuBodenvorbereitung plus Containerwareje lfm12–40 €
SolitärbaumContainerware 40–60 l, gepflanzt und angebundenje Stück350–900 €
BewässerungAutomatik, mehrere Kreise, SteuerungSystem1.800–4.500 €
Komplettanlagealle Gewerke aus einer Handje m²80–300 €

Spannen aus echten Angebotsprojekten — Ihr Festpreis entsteht nach der Besichtigung, nie am Schreibtisch.

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Drei Rechenbeispiele

Vom Neubau-Kleingarten bis zum repräsentativen Anwesen — so übersetzen sich die Spannen in echte Summen.

BEISPIEL A · 80 M²

Der Neubau-Kleingarten

12 m² Werkstein-Terrasse, 20 m² Weg, ein Staudenbeet, Rasensaat. Schlanke Ausführung, viel Eigenleistung möglich.

6.500–12.000 €

BEISPIEL B · 300 M²

Der Familien-Garten

40 m² Terrasse, 60 m² Wege, 180 m² Rollrasen, Bepflanzung, Bewässerung — exakt das Rechenbeispiel auf der Startseite (~25.300 € mittlere Ausführung).

24.000–90.000 €

BEISPIEL C · 800 M²

Der repräsentative Garten

Naturstein-Terrassen, Solitärbäume, Stützmauern am Hang, Teichanlage, Komplettbewässerung und Beleuchtung.

60.000–120.000 €

Warum die Spannen so breit sind: Innerhalb derselben Grundstücksgröße entscheiden Ausstattung und Material, nicht die Fläche. Ein 300-m²-Garten mit Naturstein, Solitärbäumen und Hangsicherung kostet dreimal so viel wie die schlanke Standardausführung — beide sind „normal".

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Zusatzkosten, die gern vergessen werden

Die Baussumme ist nicht die Endsumme. Diese Posten stehen selten im ersten Angebot — fragen Sie aktiv danach.

  • Erdaushub und Entsorgung: Überschussboden muss abgefahren werden — je Zugänglichkeit entstehen Kosten für Container, Baggerfahrzeiten und Deponie.
  • Anschlüsse ans Haus: Bewässerung braucht Wasser, Beleuchtung braucht Strom — Außenanschlüsse gehören ins Angebot, sonst zahlen Sie sie dem Elektriker extra.
  • Containerstellplatz und Wege­qualität: Auf Baustellen in Innenstadtlage kommen Verbotszonen, Genehmigungen und Nachtlager dazu.
  • Änderungen nach Baubeginn: Jede Planänderung auf der laufenden Baustelle verteuert die betroffene Position meist um 15–30 % — der Grund, warum die Planungsphase Geld kostet, aber Geld spart.
  • Bestandspflege: Alt-Bäume, die geschützt werden müssen (Krone, Wurzelaufstand), erzeugen Nebenarbeiten: Wurzelschutz, Ersatzpflanzung, Pflegeschnitt.
  • Erstpflege: Der wichtigste vergessene Posten: Gießen, Nachdüngen und Nachbesserungen im ersten Standjahr halten junge Anlagen am Leben. Manche Betriebe bieten Erstpflege-Verträge an — lohnt sich fast immer bei großem Pflanzanteil.
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Fünf ehrliche Spartipps

Sparen heißt nicht: billiger bauen. Sparen heißt: an den richtigen Stellen auf die teure Variante verzichten.

S-01

Im Herbst beauftragen

Im Frühjahr sind gute Betriebe voll ausgebucht und Preise knapp. Herbst- und Winteraufträge bekommen Priorität — und oft bessere Konditionen.

S-02

Mittlere Pflanzengrößen

Containerware mittlerer Größe wächst schnell zu — die großen Ballen sind der am schlechtesten investierte Euro im ganzen Garten.

S-03

Teilprojekte über zwei Jahre

Erst Hartes (Terrasse, Wege), dann Grünes: Wer in Etappen baut, verteilt Summen — und kann die Ausführung von Phase 1 beurteilen, bevor Phase 2 beauftragt wird.

S-04

Regional kaufen statt importieren

regionale Baumschulen und Steinbrüche kürzen Transportwege — und Sie können Qualität vor Ort prüfen. Exotische Materialien von fern kalkulieren Transport, Zoll und Austauschrisiko ein.

S-05

Plan vor Baubeginn

Der Plan kostet 1–3 % der Bausumme und spart die typischen 10 % an Baustellenänderungen. Die billigste Versicherung Ihres Gartens.

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Warnsignale bei Angeboten

Vier Muster, an denen Sie unseriöse Kalkulation erkennen — bevor Sie unterschreiben.

Angebot ohne BesichtigungWARN

Kein Betrieb kann Boden, Zufahrt und Bestand vom Schreibtisch aus beurteilen. Ein Festpreis ohne Vor-Ort-Termin ist entweder ein Aufschlag- Angebot (es wird teurer) oder eine Verlustkalkulation (es wird schlechter).

Nur Tagessatz, keine MengenWARN

„Tagessatz inkl. Maschinen" ohne Leistungsverzeichnis verschiebt das ganze Risiko auf Sie. Seriöse Angebote rechnen Positionen mit Mengen und Einzelpreisen — der Tagessatz ist allenfalls eine Zusatzposition.

Vorkasse über 30 %WARN

Üblich sind Abschläge nach Baufortschritt: 10–20 % bei Beginn, der Rest gestaffelt nach Abschnitten. Wer mehr verlangt, finanziert sein Wachstum mit Ihrem Geld.

„Der Rest wird schon passen"WARN

Satzbausteine wie „kleinere Restleistungen nach Absprache" ohne Betrag sind Eintrittskarten für Nachträge. Jede Leistung steht mit Menge, Preis und Summe im Vertrag — oder gar nicht.